< zurück
arba_rossweid_kueche_2.jpg

Das 1986 erbaute Einfamilienhaus in Winterthur-Oberseen hat eine neue Innengestaltung erhalten; die typische 1980er-Jahre-Ästhetik wurde durch ein dezentes, zeitloses Farbkonzept abgelöst.


Herausforderung

Ausgezeichnete Architektur

Das von einem Tessiner Architekten entworfene Einfamilienhaus ist von hoher architektonischer Qualität und wurde zur Bauzeit mit dem Winterthurer Architekturpreis ausgezeichnet. Prägend sind die versetzten Niveaus im Erdgeschoss sowie der grosszügige Wohnraum, dessen Fensterfront bis ins Obergeschoss reicht und dort in eine Galerie übergeht.


80er-Jahre-Mode mit Verfallsdatum

Nach der Übernahme des Hauses durch die nächste Generation zeigte sich trotzdem Umgestaltungsbedarf: Ein aufdringliches Blau prägte Wände, Geländer und Stützen, alle Böden waren mit hellen Platten belegt.

 

Dieses Farbkonzept entsprach ganz dem Zeitgeist der 1980er-Jahre, nicht aber dem Geschmack der jungen Familie. Ausserdem stand es zunehmend im Kontrast zur architektonischen Qualität des Hauses.

 

Gewünscht waren deshalb neben einer offenen Wohnküche und wärmere Materialien auch Farben, die nicht (alt-)modisch, sondern zeitlos wirken.


Zoom: arba_rossweid_balkon_1.jpg
Zoom: arba_rossweid_balkon_1.jpg

Vorgehen

Neue Wohnküche setzt den Ton

Um eine offene Wohnküche zu realisieren, wurde zwischen Küche und Esszimmer die Wand entfernt. Da ein Teil dieser Wand tragend war, kamen ein Träger und zwei Stützen zum Einsatz. Die neue Küche setzt mit ihrem warmen Braunton den gestalterischen Ausgangspunkt für das gesamte Haus und verbindet Funktionalität mit einer ruhigen, zeitlosen Präsenz.


Von kühler Dominanz zu warmer Balance

Die bestehenden Plattenböden wurden durch einen leicht gräulichen Eichenparkett ersetzt, der ruhig mit der Sichtbetondecke harmoniert. Da die ursprüngliche Fensterlasur mit dem neuen Boden nicht mehr stimmig war, wurden die Fensterinnenseiten in einem passenden Braunton gestrichen.

Im Erdgeschoss und in allen Durchgangsräumen spannt sich das Farbkonzept von hellen Crèmetönen bis zu warmem Dunkelbraun. So entstand ein fein abgestufter Farbverlauf, der Orientierung schafft und den Räumen Tiefe verleiht.


Alle Geländer und Säulen wurden vom Blau befreit und in einem Bronzeton beschichtet. Auch Türgriffe und Bänder wurden durch zeitlose Beschläge ersetzt.

 

Im Gäste-WC wurden die Plattenbeläge gespachtelt und die Sanitärapparate ersetzt. In den Schlafzimmern im Obergeschoss wurden bewusst kleine Farbakzente gesetzt.


Wirkung

Bereit für die nächste Generation

Dank der hohen Qualität der bestehenden Substanz liess sich der Innenraum mit gezielten Eingriffen von der prägenden 80er-Jahre-Ästhetik lösen. Das neue Farbkonzept ersetzt den dominanten Blauton durch warme, ausgewogene Nuancen und verleiht dem Haus eine ruhige, zeitlose Ausstrahlung.

 

So ist ein Zuhause entstanden, das seine architektonische Herkunft bewahrt und zugleich offen ist für neue Lebensphasen – getragen von einem Farbkonzept, das nicht auffällt, sondern trägt.



Bauherrschaft: privat
Auftrag: direkt
Fertigstellung: 2022
Fotografie: Michael Haug
 

< zurück

arba_rossweid_erdgeschoss_1

arba_rossweid_erdgeschoss_1.png