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Die denkmalgeschützte Untermühle Elgg wurde sorgfältig saniert und neu belebt – als offener Treffpunkt mit Bistro, Co-Working und Wohnungen.


Herausforderung

Sanierung und Umnutzung im Denkmalschutz

Die Untermühle Elgg ist ein ortsbildprägendes Zeugnis lokaler Geschichte und steht unter kommunalem Denkmalschutz. Ziel der Bauherrschaft war es, das Gebäude nicht nur zu erhalten, sondern ihm eine zeitgemässe, lebendige Nutzung zu geben. Unter dem Namen «rundum.müli Elgg» sollte ein Ort entstehen, der Wohnen, Arbeiten und Öffentlichkeit verbindet und die Untermühle wieder zu einem Treffpunkt für das Dorf macht.


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Vorgehen

Radikale Entkernung und Neukonzeption

Sanierung und Umbau begann mit einem drastischen, aber nötigen Schritt: Das Gebäude wurde bis auf seine tragenden Strukturen entkernt. Die Raumstruktur wurde neu organisiert, die Statik gezielt verstärkt. Unterschiedliche Bodenhöhen von bis zu 35 Zentimetern wurden ausgeglichen, um eine ruhige, zusammenhängende Nutzung zu ermöglichen.


Ort für Begegnung und Austausch

Im Erdgeschoss entstand ein einladendes Bistro mit Gastroküche – offen, warm und bewusst als öffentlicher Ort gedacht. Das Obergeschoss beherbergt fünf Ateliers für Co-Working und andere Arbeitsformen. Im Dachgeschoss wurden zwei moderne, zweigeschossige Wohnungen realisiert.

Neue Lukarnen und zusätzliche Dachfenster bringen Licht tief in den Raum und öffnen den Blick nach aussen.

 

Eine neue, innenliegende Erschliessung mit Treppenhaus und Lift verbindet heute alle Geschosse barrierefrei. Im Untergeschoss blieben die historischen Stützen erhalten und wurden durch neue Fundamente ergänzt. Ein neu eingefügtes Podest verleiht dem Raum zusätzliche Funktionalität.


Spuren würdigen statt tilgen

Die Geschichte des Hauses bleibt im Innern sicht- und spürbar. Böden aus langen Fichtenriemen im Ober- und Dachgeschoss greifen den ursprünglichen Charakter der Mühle auf, während im Bistro ein Fischgratparkett einen eigenständigen, kraftvollen Akzent setzt.

 

Einige Zwischenwände mit sichtbaren Riegeln und neuen Ausfachungen blieben bewusst erhalten und machen historische Bauweisen ablesbar. An den Decken wurden frühere Malereien nicht rekonstruiert, sondern zeitgenössisch interpretiert, als leise Erinnerung an das, was war.


Gestärkt von innen und aussen

Auch äusserlich wurde die Erneuerung sichtbar: Die Fassade erhielt einen neuen Verputz in sanftem Himbeerrot. An der Westseite wich die alte Eternitfassade einer grünen Holzfassade, die dem Bau Wärme und Tiefe verleiht.

 

Eine Innendämmung sowie die Dämmung im Dachbereich verbesserten die Energieeffizienz deutlich. Haustechnik und Brandschutz wurden im gesamten Gebäude erneuert und auf die heutigen Anforderungen abgestimmt.


Wirkung

Ein Denkmal zurück im Leben

Die Untermühle Elgg blickt auf eine fast 700-jährige Geschichte zurück und ist heute wieder Teil des öffentlichen Lebens. Sie verbindet Wohnen, Arbeiten und Begegnung unter einem Dach – respektvoll gegenüber ihrer Geschichte und offen für neue Nutzungen. Ein Denkmal, das nicht stehen geblieben ist, sondern weiterlebt.



Bauherrschaft: Einfache Gesellschaft Untermühle Elgg
Auftrag: Wettbewerb
Fertigstellung: 2023
Fotografie: Michael Haug
 

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